... ein Beitrag zum Thema "Zweisamkeit"
.nicht nur beim Menschen ein schwieriges Thema!
Aber, ich habe oft das Gefühl, der Mensch projiziert seine Probleme auch auf die, die ihm anvertraut sind: die Tiere.
Was gibt es da für makabere Erfindungen:
Dinge, die vordergründig amüsant wirken, wie der altvertraute Plastikspiegel im Wellensittigkäfig. Kaum jemand kann sich sogar heute ein Vogelbauer ohne eine solche "Zutat" vorstellen.
Was aber bewirkt ein solches "Spielzeug"?
Es gaukelt schlicht und ergreifend einen Partner vor, den ein Schwarmvogel wie der Wellensittig zu seinem Wohlbefinden dringend braucht. Er wird sich zukünftig mit seinem Spiegelbild "unterhalten" und es fürsorglich "füttern". Der Mensch erfreut sich an dem possierlichen Verhalten und weiß es doch häufig nicht in vollem Umfang zu deuten. Es ist einfach ein einsames, leeres Handeln, zu dem der arme Vogel durch die Haltungsbedingungen genötigt wird - eigentlich zu traurig!
Richtig schlimm kann es werden, wenn ein Pärchen Wellensittige sich einen Käfiglebensraum teilt und ZUSÄTZLICH ein Spiegel vorhanden ist, eben aus der Gewohnheit heraus. Der Mensch meint es auch hier eigentlich gut und doch beobachtet man häufig folgendes Phänomen:
Das Männchen wird aggressiv, zumindest unruhig, oder/und hackt häufig auf den Spiegel ein. Es sieht lediglich einen Rivalen um sein Weibchen, der nicht, wie in der Natur üblich, auf seine Attacken mit Flucht reagiert, sondern auch angreift und immer wieder präsent ist!
Das bedeutet in diesem Fall einen Permanentstreß, der absolut unnötig ist!
Anderes Phänomen, weil andere Tierrasse:
Neueste "hochwissenschaftliche" Erkenntnisse zeigen in Studien aus Frankreich, dass Pferde in intensiver Boxenhaltung einen extremen seelischen Ausgleich erfahren, wenn man ihnen einen Spiegel in den Stall hängt!
Diese Erkenntnisse machten Ethologen (Verhaltensforscher), die hier, denke ich, ziemlich direkt eine Anleitung zum nicht artgerechten Halten von Tieren geben.
Denken Sie doch bitte einmal nach, lieber Leser, ob nicht vielleicht auch ein sinnvolles Weihnachtsgeschenk für Ihren Käfigzwitscherer "drin" ist....eins, was NICHT aus Plastik ist!
An dieser Stelle einen lieben Gruß an eine sehr befreundete Familie, die zu Weihnachten ihrem "verwitweten" Ganter eine "Weihnachtsgans" schenken!
Auch viiieeel schöner, als Backofen!!!
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... ein Beitrag zum Thema "Tiere unterm Weihnachtsbaum"
..hmmm... ein Thema, das meinen Sohn und mich zufällig sehr persönlich betrifft.
Ein Hund - ein Mix aus angeblich Altdeutschem Schäferhund, Husky und vor allem Terrier, musste zu dieser Zeit unter einem Leipziger Tannenbaum gelandet sein, denn er war noch ein Welpe, als er am darauffolgenden Jahresanfang in einem Schuhkarton von der dortigen Müllabfuhr gefunden und ins Städtische Tierheim gebracht wurde.
Das kleine Wesen hatte "Glück", denn es war noch sehr klein, und hatte einfach nur aus diesem Grund gute Weitervermittlungschancen. Es fand sich eine Familie, die es aufnahm. Die Kinder waren Feuer und Flamme für den kleinen Kerl. Trotzdem durfte er auch dort nicht länger bleiben...
Die Gründe für diese insgesamt VIERMALIGEN dokumentierten Abgaben bis dieser Hund nicht einmal ZWEI Jahre alt war, sind nicht mehr vollständig nachzuvollziehen, aber sein Leidensweg begann als unüberlegtes Weihnachtsgeschenk zum "Fest der Liebe" und verlängerte sich, weil sich aus ähnlich gelagerter Motivation die neuen Besitzer fanden.
Heute ist er unser Hund, der anhänglichste, beste vierbeinige Freund, den man sich vorstellen kann, und doch mit extrem empfindsamen Gemüt.
In dem Moment, als er sich offensichtlich zum ersten mal in seinem Leben zu Hause fühlen konnte, brach eine massive Hautreaktion aus, die ihm bis heute zu schaffen macht. Er ist knapp vier Jahre alt.
Die Haut wird seit jeher zu Recht als "Spiegel der Seele" bezeichnet. Dieses Phänomen kann man ja heute immer mehr auch beim Menschen beobachten, man nehme nur die Neurodermitis als Beispiel.
"Kollo", der oben beschriebene Hund, unterstützt heute sehr aktiv viele seiner "Leidensgenossen", indem er mir als "Therapeut" zur Seite steht, wenn es um problematische Hunde mit häufig ähnlicher oder auch unbekannter Vorgeschichte geht, deren Besitzer sich an mich als Tierpsychologin wenden.
Kollo ist inzwischen derart "feinfühlig", dass er einen Zugang zu Artgenossen findet, die extrem schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht haben und dementsprechend fehl reagieren - sei es mit ungeheurer Aggression oder mit entsetzlicher Angst.
Gerade in meinem Beruf bekomme ich immer wieder ganz dicht mit, wie viele Tiere es doch gibt, deren Leidensweg eben begann, weil sich Menschen nicht der Verantwortung bewusst waren, welch große Aufgabe sie übernehmen, wenn sie selber ein Tier zu sich nehmen und noch schlimmer: sie ungefragt, oder ohne Hintergrund ein Tier an andere verschenken....und sei dieses Geschöpf noch so klein!!!
Dieses Phänomen taucht nämlich auch auf bei fast verdursteten Meerschweinchen, sich massivst fortpflanzenden Kleinnagern, deren zugeteilter "Lebensraum" der Besatzungsdichte kaum noch standhält und und und ...
Das Leid ist vielfältig; und eine Gesellschaft muss sich, meiner Meinung nach, an dem messen lassen, wie sie die Schwächsten behandelt. Und dazu gehören auch die Tiere.
Ich wünsche mir also, auch im Namen der Tiere, dass es ein leidfreies Weihnachten dieses Jahr geben möge, auch mit Tieren, die zum Fest der Liebe ein wirklich liebevolles, verantwortliches Zuhause finden, in welchem sie Tiere sein dürfen.
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